01.10.2014

34. Medienfrühstück in Wien:

Content is King - erfolgreiche Strategien zur Zielgruppenansprache und Reichweitensteigerun


Erfolgreich ist, wem es gelingt, Aufmerksamkeit und Mehrwert zu schaffen – und den Kunden mit überzeugenden Inhalten und großartigen Erlebnissen nachhaltig an sich zu binden. Technologie und Trendsetting spielen dabei eine gewichtige Rolle – aber nicht die größte. „Content is King“ - das war Konsens auf dem 34. Medienfrühstück von PROdigitalTV am 23. September in Wien.

Hamburg, 01.10.2014. Unter dem Titel  „Ohne Verbreitung kein Wachstum – die Reichweite als Basis des Erfolgs“ luden PROdigitalTV und Gastgeberin ORS (Österreichische Rundfunksender) am Küniglberg in Wien ein, dem Sitz des ORF und dessen Techniktochter ORS. Im Mittelpunkt des Symposions standen dieses Mal Experten-Perspektiven zur Optimierung von Reichweiten für TV-Programme und anderer Bewegtbild-Inhalte auf verschiedenen Plattformen und Endgeräten.

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer ORS, betonte in seiner Begrüßungsrede  die „Zukunft des österreichischen Rundfunks“ die ungebrochene Macht des Fernsehens in seiner Rolle als beliebteste Freizeitbeschäftigung. Er leitete daraus eine positive Zukunftsperspektive des linearen Fernsehens ab: Auch wenn die Digitalisierung eigene Maßstäbe in Sachen Qualität, Technologien und Trends setze, würde dies die klassische Mediennutzung nicht wesentlich verändern. Non-lineare Nutzungsformen kämen On Top, würden die linearen Medien jedoch nicht verdrängen, sondern durch intensive Parallelnutzung sogar ergänzen. Dies bedeute insgesamt ein Wachstum des Medienkonsums. Zur Frage, ob Online-Mediatheken den Markt gravierend verändern würden, verwies Wagenhofer zum einen auf die hohe Qualität des Free-TV-Angebots im Heimatmarkt, zum anderen auf die Entwicklung in den USA, die zeigt, dass selbst bei weniger hochwertigen Free-TV-Programmen der Online-Anteil bei nur knapp über 10 Prozent des gesamten Medienkonsums liege.  Dennoch sei die Onlinenutzung ein wachsendes Segment, für das alle Unternehmen entsprechende Strategien entwickeln müssten.

Norbert Gill, Geschäftsführer der ORS, präsentierte im Anschluss die erfolgreiche Etablierung des neuen terrestrischen TV-Standards DVB-T2. DVB-T2 ist seit April 2013 in Österreich unter der Marke simpliTV erfolgreich am Markt. Die DVB-T Haushalte in Kärnten werden mit 21. Oktober 2014 auf simpliTV umgestellt. Denn simpliTV stellt eine für den Verbraucher attraktive kostengünstige Alternative zu Kabel und Satellit vor allem in den Ballungsgebieten dar. Enthalten sind in dem grundverschlüsselten TV-Programm ein kostenloses Basispaket sowie die Möglichkeit zu einem kostenpflichtigen Abonnement, das bis zu 40 TV-Sender inklusive HD umfasst. Insgesamt sind in Österreich derzeit 30 Sendeanlagen für DVB-T2/simpliTV aufgerüstet, was einer Netzabdeckung von mindestens 89 Prozent entspricht. simpliTV erwartet den Break Even in ca. 2 Jahren.

Stefan Piech, Vorstandsvorsitzender von Your Family Entertainment, stellte den Sender RiC vor, der Ende 2012 als dritter privater Kindersender auf Astra-Satellit 19,2° E startete. RiC, der blaue Rabe, ist eine Zeichentrickfigur, die sowohl als Brand, als Charakter als auch als Walking Act fungiert und damit ein hohes Identifikationspotenzial für seine Zielgruppe im gesamten deutschsprachigen Raum besitzt. RiC besitzt eine technische Reichweite von ca. 23 Mio. Haushalten und wird frei empfangbar über Kabel, Satellit und Internet ausgestrahlt. Piech verwies darauf, dass es in erster Linie darum gehe, mit einem gewaltfreien und qualitativ ambitionierten Programm dem Mainstream an Kinderprogrammen eine neue Farbe entgegenzusetzen, die auch Bildung und soziales Verhalten der Kinder bewusst fördere.  Die Einbindung interaktiver Elemente und ein crossmedialen Auftritt mache RiC vor allem auch zu einem zeitgemäßen Produkt, bei dem ein Teil der Werbeerlöse für wohltätige Zwecke gespendet würden.

Golli Marboe, als Filmproduzent Gründer und Geschäftsführer von makidofilm, zeigte sich als leidenschaftlicher und streitbarer Verfechter von Qualitätsprogrammen. TV-und Filmprodukte seien Basis des TV-Geschäfts, TV Sender seien aber auch Wirtschaftsunternehmen deren Ziel es sei, den Geschmack eines breiten Publikums anzusprechen um möglichst hohe Reichweite zu generieren. Dabei komme oft der Bildungs- und Beratungsauftrag, den v.a. die öffentlich-rechtlichen Medien verträten, auf vielen Kanälen zu kurz. Den Medien käme in der Gesellschaft auch eine Vorbildrolle zu, da sich Menschen aus den gezeigten Inhalten Anregungen für ihr eigenes Handeln holten. Programmanbieter aller Kanäle hätten daher auch eine gesellschaftliche  Verantwortung zu übernehmen, die sie in Einklang mit der Vermarktbarkeit bringen müssten. Der Markt, so Marboe, ließe hier deutlich mehr Qualität zu als man sich derzeit zutraue.

Simon Loebel, Mitgründer und Chief Content Officer der UDG United Digital Group (UGD), setzte ein klares Credo: Inhalte müssten in der digitalen Welt Erlebnischarakter und Strahlkraft besitzen. Menschen, egal an welchem Endgerät und an welchem Ort, entschieden sich dann für Marken, wenn es diesen gelänge, herausragende Erlebnisse zu liefern, die begeistern könnten. Genau dann würden Zielgruppen zu Kunden. „Smart Brands“ verfügten über die Qualität, sich vom Wettbewerb abzuheben und ihren Kunden den Mehrwert zu bieten. Dabei sei es unerheblich, über welchen Kanal die Markenbotschaften verbreitet würden – erfolgreich sei immer ein Mix über alle relevanten medialen Kanäle. Aufmerksamkeit würde nicht mehr über ein einzelnes Endgerät erzielt, sondern parallel über viele gleichzeitig. Dabei käme dem Nutzer eine aktive Rolle zu. Loebel zeigt im weiteren Verlauf verschiedene Wege der professionellen Suchmaschinen-Optimierung auf und erläuterte deren Funktionsweisen.

Heinz-Peter Labonte, Vorsitzender Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK), ging auf die Chancen und Nutzen von HbbTV für Kabelnetzbetreiber ein.  In diesem Zusammenhang stellte er ein Geschäftsmodell vor, nach dem Digitalsender und Kabelnetzbetreiber an den Umsätzen aus Werbeerlösen, die Sender über HbbTV generieren, beteiligt werden. Das Modell soll unter Beachtung der deutschen Datenschutzauflagen entwickelt werden.

Das nächste Medienfrühstück findet voraussichtlich im November 2014 statt. Themen und Referenten finden Sie demnächst unter www.prodigitaltv.de.

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